Quo scrapbook clipping details

Clipping details
(from scrapbook 2, page 58)

  

Title: Status Quo als Klassenlehrer
Notes: Article about Rick and Francis visiting a school in Germany
Year:
Country: Germany
Publication: Popfoto
Author:

Clipping text

Nur sieben Stunden hielten sich Rick Parfitt und Francis Rossi von Status Quo für Vertragsverhandlungen in Hamburg auf. Aber den Vorschlag von POPFOTO, sich doch nochmal zwanzig Jahre zurückversetzen zu lassen, griffen die beiden spontan auf. Und die Klasse R 10 der Schule Hermannsthal in Hamburg hatte einen Schultag, den sie so schnell nicht vergessen wird. Sie erlebte

Status Quo als Klassenlehrer

Kaum ist die gelbe Luxus-limousine mit dem Münchner Kennzeichen fast lautlos auf den Schulhof gerollt, bricht der Sturm los. Die Pause hat zwar noch nicht begonnen, aber das ist den Jungen und Mädchen der Schule Hermannsthal heute ziemlich wurscht: Im Fond der Limousine nämlich sitzen Rick Parfitt und Francis Rossi von Status Quo. Im dichten Pulk der Autogrammjäger werden die beiden bis zu ihrem Ziel verfolgt, der Klasse R 10 im ersten Stock des Hauptgebäudes. In Windeseile hatte sich die Nachricht in der ganzen Schule herumgesprochen und an geregelten Unterricht war an diesem Morgen natärlich nicht mehr zu denken.

Nur bei den überglücklichen Schülern, die Rick und Francis dann persönlich kennenlernen durften, fand so etwas wie Unterricht statt. Aber was für einer. Statt Zensuren wurden Autogramme verteilt, statt Shakespeare-Englisch tönte der satte Cockney der beiden Rockstars durch das helle Klassenzimmer. Und jede, aber auch jede Frage wurde beantwortet. "Wo entstehen eigentlich Eure Stücke", wollte einer der Schüler Wissen und erfuhr von Francis, daß die Band oft unterwegs im Flugzeug oder im Bus, in Hotelzimmern oder in Hotelbars komponiert und textet.

Natürlich war auch das Thema Schule von Interesse. "In welcher Schule wart ihr beiden denn?" wollte ein anderer wissen. Rick antwortete schlagfertig und unheimlich witzig: "Soweit ich mich erinnern kann, ist dies die erste Schule, die ich von innen sehe". Im allgemeinen Gelächter began Francis allerdings gleich mit einer ernstgemeinten Richtigstellung: "Weißt Du, wir hatten damals eigentlich nur die eine Chance, mit Musik aus der Eintönigkeit unseres Lebens zu entrinnen. Deshalb haben wir die Schule sehr früh verlassen".

Ob sie es nicht bedauerten, deswegen keinen Beruf gelernt zu haben, war die spontane Gegenfrage aus den Schülerreihen. " Wir betrachten ja die Musik als unseren Beruf", erklärten da die beiden wie aus einem Munde. Und Francis erklärte bereitwillig, wie er sich sein Leben vorstellt, wenn er einmal nicht mehr auf der Bühne stehen kann: "Das ganze Musikbusiness bietet ja so viele Möglichkeiten, mitzuarbeiten ohne selbst Musik zu machen. Als Produzent, als Komponist und Texter, im Management. Und wir kennen das Business inzwischen so gut, daß wir ja jederzeit anfangen könnten"/

Es war wohl die erste Schulstunde der R 10, in der alle Schüler einhellig bedauerten, daß sie nur 45 Minuten lang ist. Und auch der Lehrerin Frau Pohley, die der Aktion spontan zugestimmt hatte, schien die Sache sehr viel Spaß zu machen. Ein bißchen traurig war lediglich die 16jährige Martina. Sie wollte unbedingt ihren roten Schal gegen das Halstuch von Rick eintauschen. Der hätte dem Tausch auch gerne zugestimmt, aber: "Das ist ein Geschenk von einem sehr guten Freund. Und das kann ich beim besten Willen nicht einfach eintauschen". Martina sah es schweren Herzens ein.

Nach einer letzten Autogrammrunde quer durchs Klassenzimmer, bei der die beiden fast alles beschriften mußten, vom Hosenbein über jede Menge Schulhefte bis zur elektrischen Gitarre, machten sich die beiden wieder auf den Weg zum Auto. Bestürmt und bedrängt von hunderten von Schülern aus anderen Klassen kämpften sich Rick, Francis und ihre beiden Manager Colin Johnson und Bob Young zu ihrer Limousine durch. Noch durch das geöffnete Fenster wurden letzte Autogrammwünsche erfüllt.

Ein Pulk winkender Schüler blieb zurück, als sich der Mercedes in Richtung Innenstadt entfernte....

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